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konzentrationslager
Im Sommer 1944 ließ die SS direkt neben dem Strudelbad in Hersbruck ein großes Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg bauen. Ein leer stehendes Kasernengebäude des Reichsarbeitsdienstes diente der SS als Unterkunft und Verwaltungsgebäude. Es wurden siebzehn Baracken für Häftlinge errichtet. Die Häftlinge mussten in der Houbirg, einem Berg oberhalb des nahe gelegenen Dorfes Happurg, unter unmenschlichen Bedingungen Stollen bauen. Darin sollte ein bombensicheres Flugzeugmotorenwerk entstehen. Bis zum Kriegsende wurden 3,5 km Stollen fertig gestellt, die Produktion wurde jedoch nicht mehr begonnen.

Die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Häftlinge waren entsetzlich. Viele starben an Unterernährung, Ruhr, Flecktyphus, Misshandlungen oder sie erfroren. Als im April 1945 die US-Armee näherrückte, wurden die Häftlinge in mehreren Todesmärschen nach Dachau getrieben. In den Monaten seines Bestehens durchliefen etwa 10 000 Häftlinge das Lager, von denen mindestens 3500 ums Leben kamen.

Die Gedenkstättenstiftung wird in Zusammenarbeit mit der Stadt Hersbruck, wie im angefügten Zeitungsartikel der Nürnberger Nachrichten vom 07. November 2007 angehängt, dem Andenken an die Opfer dieses Lagers einen angemessenen Platz geben:

"KZ-Gelände als Lernort
Gedenkstättenstiftung mit Konzept für Hersbrucker Lager

Die Stiftung bayerischer Gedenkstätten hat ein Konzept für das ehemalige KZ Hersbruck erarbeitet.
"Das Andenken bekommt einen zentralen Platz", sagte der Historiker Alexander Schmidt von der Gedenkstättenstiftung. Der Verein "Dokumentationsstätte KZ Hersbruck" allein hätte es nicht geschafft, die Erinnerungsorte des Außenlagers einprägsam und anschaulich zu gestalten. Bereits im kommenden Jahr soll in Hersbruck am Rande des früheren KZ-Areals ein Pavillon als pädagogisches Zentrum und Gedenkraum errichtet werden. Mit Panoramatafeln mit Übersichtsfotos will man die Ausmaße des Lagers verdeutlichen und Details erläutern. "Unsere Lösung entspricht dem parteiübergreifenden politischen Willen", betonte der 43-jährige Schmidt. Deshalb wird auch das Geld fließen, ist er überzeugt. Auf mehrere 100 000 Euro werden die Kosten für die Hersbrucker Gedenkstätte geschätzt. Das Doggerwerk bei Happurg, wo die KZ-Häftlinge schuften mussten, solle in einem zweiten Schritt bis spätestens 2010 in das Gedenkstättenkonzept eingebunden werden. Allerdings könne das Stollensystem nicht komplett geöffnet werden - zu groß sei die Gefahr, dass der weiche Sandstein einstürze. "Aber wir können einen Einblick in die Stollen geben", lautet Schmidts Kompromissformel."

Weitere Informationen zum KZ Außenlager Hersbruck finden Sie auf der Internetseite des Vereins Dokumentationsstätte KZ Hersbruck e.V., der die Geschichte des Lagers wissenschaftlich aufarbeitet.


 Dokumentationsstätte KZ Hersbruck e.V.

Zentrales Anliegen des 1999 gegründeten Vereins Dokumentationsstätte KZ Hersbruck e.V. ist es, die Geschichte des Konzentrationslagers in Hersbruck und der Doggerstollen bei Happurg aufzuarbeiten und zu dokumentieren. Die Pflege von Kontakten zu ehemaligen Häftlingen, wissenschaftliche Arbeit über das Außenlager sowie die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen nicht nur im Raum Nordbayern sind Ziel und Schwerpunk der Arbeit des Vereins. Die präventive Arbeit gegen rechtsextreme Einstellungen bei Jugendlichen ist ausdrücklich als weiteres Vereinsziel in die Satzung aufgenommen und in die Praxis eingegangen. Verbunden mit der Forderung nach der Öffnung eines Stollens zur Errichtung einer Gedenkstätte will der Verein das Erinnern und Gedenken an die Opfer der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus erhalten und fördern.


[... Zur Homepage der Dokumentationsstätte KZ Hersbruck e.V. ...]



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